Altersvorsorge: Riester, bAV oder ETF-Sparplan?

Redaktion DEsalary · Stand: Steuerjahr 2026

Warum private Altersvorsorge unverzichtbar ist

Die gesetzliche Rente reicht für die meisten Arbeitnehmer nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Das sogenannte Rentenniveau liegt bei etwa 48 % des Durchschnittsverdiensts — nach 45 Beitragsjahren. Wer im Alter monatlich 2.000 Euro netto benötigt, muss die Lücke zur gesetzlichen Rente privat schließen. Die drei populärsten Wege sind Riester-Rente, betriebliche Altersvorsorge (bAV) und der private ETF-Sparplan.

Option 1: Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. Die Förderung besteht aus:

  • Grundzulage: 175 Euro pro Jahr
  • Kinderzulage: 300 Euro pro Kind (185 € für vor 2008 geborene Kinder)
  • Sonderausgabenabzug: Beiträge bis 2.100 Euro steuerlich absetzbar

Um die volle Zulage zu erhalten, müssen 4 % des Vorjahres-Bruttoeinkommens eingezahlt werden (abzgl. Zulagen), mindestens aber 60 Euro pro Jahr. Im Alter wird die Riester-Rente voll besteuert (nachgelagerte Besteuerung).

Vorteile: Garantie der eingezahlten Beiträge, hohe Zulagen für Familien mit Kindern, Pfändungsschutz, Hartz-IV-sicher. Nachteile: Oft hohe Kosten (Provisionen, Verwaltungsgebühren), eingeschränkte Anlagefreiheit, Rendite häufig unterdurchschnittlich, volle Besteuerung im Alter.

Option 2: Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Bei der betrieblichen Altersvorsorge wandelt der Arbeitnehmer einen Teil des Bruttogehalts in Vorsorgebeiträge um (Entgeltumwandlung). Der Vorteil: Die Beiträge sind bis zu 302 Euro monatlich (3.624 Euro/Jahr = 8 % der BBG RV) steuer- und sozialversicherungsfrei. Ab 2022 muss der Arbeitgeber bei neuen Entgeltumwandlungen einen Zuschuss von 15 % des umgewandelten Betrags leisten, sofern er SV-Beiträge spart.

Vorteile: Sofortige Steuerersparnis, Arbeitgeberzuschuss, kein eigener Verwaltungsaufwand. Nachteile: Volle Besteuerung und Krankenversicherungsbeiträge im Alter, reduzierte Rentenansprüche durch geringeres SV-pflichtiges Entgelt, eingeschränkte Flexibilität bei Arbeitgeberwechsel.

Option 3: ETF-Sparplan (privates Depot)

Ein ETF-Sparplan in einen breit gestreuten Weltindex (z. B. MSCI World) bietet langfristig die höchste erwartete Rendite. Es gibt keine staatliche Förderung, aber dafür maximale Flexibilität:

  • Freie Wahl der Anlagestrategie und des Entnahmebeginns
  • Keine Garantien, aber historisch 7–8 % Rendite p.a. (nominal) bei globalem Aktienindex
  • Besteuerung: 25 % Abgeltungsteuer auf Gewinne + 801 Euro Sparerpauschbetrag (1.602 € bei Paaren)
  • Teilfreistellung bei Aktienfonds: nur 70 % der Erträge steuerpflichtig

Vorteile: Höchste Flexibilität, geringe Kosten (0,1–0,3 % p.a. bei ETFs), hohe erwartete Rendite, jederzeitige Verfügbarkeit. Nachteile: Keine Steuerersparnis in der Ansparphase, Kursrisiko, kein Pfändungsschutz, nicht Hartz-IV-geschützt (nach Karenzzeit).

Vergleich auf einen Blick

Kriterium Riester bAV ETF-Sparplan
Steuerersparnis AnsparphaseJa (Sonderausgaben)Ja (steuerfrei)Nein
Besteuerung AuszahlungVollVoll + KV/PV25 % Abgeltung
Erwartete RenditeNiedrig–MittelMittelHoch
FlexibilitätGeringGeringHoch
KapitalgarantieJaTeilweiseNein
Ideal fürFamilien, GeringverdienerAngestellte mit AG-ZuschussAlle, die Flexibilität wollen

Empfehlung: Kombination nutzen

Die beste Altersvorsorge kombiniert oft mehrere Bausteine. Nutzen Sie den Arbeitgeberzuschuss bei der bAV (geschenktes Geld!), sichern Sie sich die Riester-Zulagen wenn Sie Kinder haben, und investieren Sie darüber hinaus in einen kostengünstigen ETF-Sparplan für maximale Flexibilität und Rendite. So profitieren Sie von allen Steuervorteilen und streuen gleichzeitig Ihr Risiko.